Zum Aktionstag und Frühstück am Brandenburger Tor erschien auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.
-- , Foto: jls
Zum Aktionstag und Frühstück am Brandenburger Tor erschien auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt.

„Die hohe Wertschätzung der Verbraucher für Lebensmittel entspricht nicht der Wertschöpfung auf den Erzeugerbetrieben", so der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, heute in Berlin. Auf der zentralen Veranstaltung des bundesweiten Aktionstages des DBV verwies Rukwied auf den dramatische Preisverfall der Erzeugerpreise in den vergangenen Monaten. Es sei festzustellen, dass dessen Geschwindigkeit sogar noch zunehme, zeigt sich Rukwied besorgt. In der Folge drohe der ohnehin stattfindende Strukturwandel in der Landwirtschaft sich zu regelrechten Strukturbrüchen zu entwickeln. Als alarmierend empfindet der DBV, dass noch in den 1970er Jahren etwa 50 Prozent der Lebensmittelpreise den Erzeugern zugute gekommen seien, heute dagegen seien es weniger als 25 Prozent.

Rukwied: Molkereien unterbieten sich

Einen Teil der dieser Entwicklung sieht der DBV in der ausgeprägten Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Nur vier Unternehmen des LEH würden rund 85 Prozent Marktanteil repräsentieren. Schuldzuweisungen wolle er jedoch nicht vornehmen, betonte Rukwied. Mit dem Aktionstag wolle der DBV um Sympathie auch bei den Verbrauchern werben. Rukwied sieht jedoch auch eine besondere Verantwortung in den Reihen der Lieferanten. So sei es für ihn schwer verständlich, dass es Informationen aus dem LEH gebe, die über einen regelrechten „Wettlauf im sich gegenseitigen Unterbieten" beispielsweise in den Reihen der Molkereien berichten. Es sei an der Zeit, sich über neue Wege in der Vermarktung an den LEH zu verständigen, so Rukwied. Instrumenten wir einer Mengenbegrenzung im Milchmarkt erteilte er eine klare Absage. Derartige Diskussionen würden nur Illusionen wecken, zeigt er sich überzeugt.

BDM: Nicht beim Handel betteln

Die Aktion des Bauerverbandes stieß bei Verbänden wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Bundesverband der Milchviehhalter Deutschlands (BDM) auf Kritik. „Es ist nicht der Ansatz des BDM, beim Handel betteln zu gehen, dass er uns freiwillig etwas von seinem Kuchen abgibt“, erklärte der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber. Die Preise würden durch Angebot und Nachfrage geregelt. Reine Appelle an den guten Willen seien unrealistisch, „das wissen sicher auch die Kampagnenführer gegen den Handel“, so Schaber. (jst(SB)
stats