Thüringen

Bauernverband schaltet Landesregierung ein


In Anbetracht der dramatischen wirtschaftlichen Entwicklung in der Landwirtschaft bittet der Thüringer Bauernverband (TBV) Ramelow (Die Linke) um Unterstützung. „Gegenwärtig erleben wir die schlimmste Krise der letzten 25 Jahre. Die niedrigen Preise für die Erzeugnisse im Pflanzenbau, aber insbesondere in den Tierhaltungsbereichen, haben dazu geführt, dass sich viele Betriebe in einer äußerst prekären ökonomischen Situation befinden“, so TBV-Präsident Helmut Gumpert.

Die Verluste für deutsche Milcherzeuger im Jahr 2015 beziffert Gumpert in seinem Brief auf 2 bis 2,5 Mrd. €. In einer Vielzahl von Betrieben ist die Liquidität nicht mehr gegeben und Kreditlinien können nicht mehr bedient werden, heißt es weiter. Ministerpräsident Ramelow solle deshalb auf der kommenden Bundesratssitzung die katastrophale Situation in der Landwirtschaft auf die Tagesordnung setzen und über kurzfristige Hilfen entscheiden“.

Vor Kurzem hatte auch Reiner Haselof (CDU), Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt, einen Brief an das Bundeskanzleramt geschickt, mit der dringenden Bitte, den finanziell unter Druck stehenden Landwirten, zu helfen.

Einen ähnlichen Wortlaut hatte ein offener Brief des Bauernverbandes in Sachsen-Anhalt an den Ministerpräsidenten von Sachsen und derzeitigen Bundesratspräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). Die Staatskanzlei wollte zunächst eine Bundesratsiniative zur Unterstützung der Landwirtschaft schon zur Sitzung in der kommenden Woche in Berlin einbringen. Daraus wird nun nichts, wie ein Sprecher des Agrarministeriums gegenüber agrarzeitung.de mitteilte. Zur geplanten Initiative gebe es innerhalb der Landesregierung noch Gesprächsbedarf. Erst auf einer Kabinettssitzung der Großen Koalition in Sachsen soll entschieden werden, in welcher Form die Bundesratsinitative vorgebracht wird. Eine Forderung des Bauernverbandes ist die Einführung einer Risikoausgleichsrücklage für landwirtschaftliche Betriebe. (da)
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