Agrarministerkonferenz

Bayern drückt auf die Tube


Die Milchkrise war am Dienstag Thema im Seehofer-Kabinett: „Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, um den aus den Fugen geratenen Milchmarkt zu stabilisieren und den Betrieben über die außerordentlich schwierige Zeit zu helfen“, sagte Brunner in München. Durch das anhaltende Preistief seien bereits viele Michviehbetriebe in ihrer Existenz bedroht.

Der Minister will deshalb seine Länderkollegen dazu bewegen, gemeinschaftlich weitergehende Hilfen von Brüssel und Berlin einzufordern. „Wir brauchen eine kluge Kombination aus zusätzlichen Soforthilfen und mittelfristig wirksamen Instrumenten, um ein Höfe-Sterben mit unabsehbaren Folgen für die ländlichen Räume zu vermeiden“, so Brunner. Unter anderem müsse Brüssel unverzüglich deutlich mehr Geld für Liquiditätshilfeprogramme zur Verfügung stellen. Und auch der Bund könne durch eine weitere Aufstockung der Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Sozialversicherung für eine spürbare finanzielle Entlastung sorgen.

An die Wirtschaft gewandt, spricht sich Brunner für eine konkretere Ausgestaltung der Milchlieferverträge zwischen Erzeugern und Molkereien im Hinblick auf Mengen, Preise und Laufzeit aus. Auf diese Weise könnten Angebot und Nachfrage besser in Einklang gebracht werden, so Brunner. Die Milchproduktion ist in Bayern mit 8 Mio. t im Jahr und 32.000 Erzeugern ein wichtiger Wirtschaftszweig. (da)
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