Ökolandbau

Bayern fördert Bio-Bauern

Hintergrund der Bio-Förderung ist die stagnierende Produktion von Bio-Lebensmitteln. Dabei boome die Nachfrage nach diesen Erzeugnissen, heißt es im Landwirtschaftsministerium. Deshalb soll die jährliche Prämie, die ökologisch wirtschaftende Bauern aus dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) erhalten, von derzeit 200 auf 273 €/ha steigen.

Nach Auskunft Brunners sei Bayern damit das einzige Bundesland, das den kürzlich vom Bund erweiterten Förderrahmen völlig ausschöpft. "Die Anhebung der Prämie soll der Ökoproduktion im Freistaat neuen Schwung verleihen", so der Minister. Schließlich sei man bei Bio-Lebensmitteln - anders als im konventionellen Bereich - nicht in der Lage, die heimischen Märkte ausreichend zu bedienen.

Bei vielen Produkten nehme die Abhängigkeit von Importe sogar zu. Um das zu ändern, will Brunner auch die Fördersätze im gärtnerischen Bereich anheben: So soll die Ökoprämie bei Gemüse von 400 auf 450 € und bei Dauerkulturen wie Obst und Spargel sogar von 400 auf 915 € steigen. Und die für zwei Jahre gezahlte Umstellungsprämie soll von 580 auf 915 € bei Gemüse und 1.250 € bei Dauerkulturen angehoben werden.

Wie das Landwirtschaftsministerium erklärt, seien die Umstellungsprämien ein Ausgleich dafür, dass die Bauern zunächst nach strengeren Ökokriterien wirtschaften, ihre Produkte aber noch nicht als "Bio" verkaufen dürfen.

Diese zusätzliche Subventionierung muss noch von Brüssel genehmigt werden. Weitere Initiativen werden laut Brunner bald folgen, beispielsweise ein eigenes Bio-Siegel Bayern und eine Marketing-Offensive. "Bio aus Bayern hat nur dann eine Zukunft, wenn Menschen bereit sind, den Mehrwert heimischer Produkte wie Frische, kurze Transportwege und nachvollziehbare Erzeugung auch finanziell zu honorieren", so Brunner. Derzeit gibt es in Bayern rund 6.600 Ökobetriebe. Damit wirtschaftet fast ein Drittel der deutschen Biobetriebe im Freistaat. (HH)
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