Anbindehaltung

Bayern fordert mehr Zeit für Umstellung

Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl warnt vor einem zu raschen gesetzlich erzwungenen Ausstieg aus der Anbindehaltung. Die Umstellung würde die von der Milchkrise ohnehin gebeutelten Bauern viel Geld kosten, sagte Heidl der Deutschen Presseagentur. „Manche Betriebe, die sonst eine Chance gehabt hätten, müssten deshalb aufgeben“, befürchtet Heidl.

Deshalb müssten Zwischenlösungen gesucht werden. Nicht jeder kleine Betrieb könne sofort einen Laufstall bauen. Leichter umsetzbar seien etwa verbesserte Bedingungen bei der Anbindehaltung. In Bayern gibt es derzeit rund 32.000 Milchbauern. Nur knapp acht Prozent der Betriebe haben laut Heidl die Möglichkeit, im Sommer die Tiere auf die Weide zu bringen. Ein Drittel der bayerischen Kühe wird noch ganzjährig angebunden.

Die Freien Wähler im Bayerischen Landtag fordern für den Ausstieg aus der Anbindehaltung eine Übergangszeit von mindestens 15 Jahren. Die von einigen Lebensmitteleinzelhändlern angekündigte getrennte Erfassung der Milch aus Anbindeställen wird von den Freien Wählern abgelehnt. Die dabei anfallenden zusätzlichen Kosten würden auf die Landwirte umgelegt, die wegen der Milchpreiskrise ohnehin finanziell stark belastet seien. Betriebe, die ihre Anbindehaltung aufgeben und in einen tiergerechten neuen Laufstall investieren, müssten gefördert werden. Nur so könne verhindert werden, dass kleine landwirtschaftliche Betriebe vorzeitig aufgeben und der Strukturwandel unnötig beschleunigt wird. (SB)
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