Agrarbericht

Bayerns Bauern trotzen der Krise

Der Strukturwandel in der bayerischen Landwirtschaft läuft langsamer ab als je zuvor. Das geht aus dem „Agrarbericht 2016" hervor, den Landwirtschaftsminister Helmut Brunner heute im Agrarausschuss des Bayerischen Landtags vorstellte.

Seinen Angaben zufolge ist die Quote der alljährlichen Betriebsaufgaben in den vergangenen vier Jahren von 1,5 auf zuletzt 1,1 Prozent erneut gesunken. Selbst der Anteil der Milchbauern, die ihre Milchviehhaltung zugunsten anderer Betriebszweige aufgegeben haben, sei im langjährigen Durchschnitt von etwa 4 Prozent geblieben. „Unsere Bauern trotzen der Krise auf den Agrarmärkten", so Brunner. Dabei mussten die Landwirte deutliche Gewinneinbußen hinnehmen: Wegen rückläufiger Verkaufserlöse sanken 2015 die Durchschnittsgewinne der hauptberuflich tätigen Bauern: im Vergleich zum Vorjahr um fast 19 Prozent auf 43.100 €.

Das Durchhaltevermögen der Landwirte im Freistaat ist für Brunner ein Beleg, „dass der eigenständige bayerische Weg in der Agrarpolitik richtig und erfolgreich ist". Gerade in schwierigen Zeiten werde immer wieder deutlich, dass bäuerliche Betriebe flexibler, stabiler und damit konkurrenzfähiger seien als Großbetriebe. Deshalb bleibe es Schwerpunkt bayerischer Agrarpolitik, gezielt die Familienbetriebe zu stärken - ob durch "passgenaue" Förderprogramme, Investitionsanreize, Bildung oder Beratung.

Laut Agrarbericht gab es im vorigen Jahr im Freistaat insgesamt 109.200 Bauernhöfe mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 29,5 ha. Darunter waren 8.100 Ökobetriebe. (Sz)
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