Dialog

Bedenken um Agrarstandort Deutschland

„Die von politischen Gesichtspunkten bestimmte Zulassung von Pflanzenschutzmitteln bereitet uns zunehmend Sorgen. Langfristig sehen wir den Agrarstandort Deutschland ernsthaft gefährdet", betonte DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers heute während eines Verbändegesprächs mit Bundesminister Christian Schmidt in Berlin.

Der DRV geht laut Ehlers davon aus, dass das Spektrum verfügbarer Pflanzenschutzwirkstoffe und -mittel in absehbarer Zeit „deutlich" eingeschränkt wird. Noch nicht abschließend formulierte neue Zulassungsbeschränkungen und politische motivierte Verbote könnten großflächig Missernten zur Folge haben.

Unzufrieden zeigt sich der DRV mit der Novelle der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung. „Viele Verkäufer dürfen explizit nicht mehr kompetent beraten. Das schafft Verunsicherung bei allen Beteiligten", betonte Ehlers. Als „nicht mehr umsetzbar" bezeichnete er die Abgabevorschriften für Agrarchemikalien wie Düngemittel und Desinfektionsmittel. „Selbst die Kontrollbehörden haben kapituliert. Hier muss das Umweltministerium unverzüglich handeln", erklärte Ehlers und bat Schmidt um Unterstützung.

Mit Blick auf die Einfuhr eiweißhaltiger Futtermittel für die tierische Erzeugung warnte Ehlers vor der Illusion, der Proteinbedarf der EU und Deutschlands könne mit Eiweißpflanzen aus heimischem Anbau gedeckt werden. Der DRV fordert deshalb einen ungehinderten Zugang zu den Rohstoffmärkten in Drittländern und ein zügiges, wissenschaftlich basiertes Zulassungsverfahren für „gentechnisch verbesserte Pflanzen". (Sz)
stats