Tierhaltung

Begriff "Tierwohl" stößt auf Skepsis

Während den Begriffen "Tierschutz" und "tiergerecht" eindeutige Definitionen zugrunde liegen, fehlt diese beim "Tierwohl", sagte die Veterinärmedizinerin Prof. Nicole Kemper am Dienstag in Berlin. Dies führe zu Irritationen in der wissenschaftlichen Kommunikation sowie in der Argumentation gegenüber den Verbrauchern, so Kemper auf der Fachtagung des Dachverbandes wissenschaftlicher Gesellschaften der Agrar-, Forst-, Ernährungs-, Veterinär- und Umweltforschung (DAF). Auch der Verhaltensforscher Prof. Birger Puppe vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie empfindet den Begriff  "Tierwohl" vorwiegend als Bestandteil eines speziellen Marketings. In der Wissenschaft sei er nicht zu gebrauchen. Auch sei nicht klar, woher die Bezeichnung eigentlich stamme. Tatsache sei jedoch, dass er in weiten Teilen der Politik und Verbraucherkommunikation Einzug gefunden habe. Die Wissenschaft jedoch könne nur auf der Basis klar definierter Begriffe zielführend arbeiten. (jst)
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