Erst in der vorigen Woche bekamen Pflanzkartoffelpartien aus Deutschland grünes Licht, nachdem Untersuchungen keine Hinweise auf Quarantänekrankheiten ergeben haben. In dieser Woche nun mäkelt die Aufsichtsbehörde nun doch an den deutschen Lieferungen herum: Zwar seien keine Quarantänekrankheiten gefunden worden, sehr wohl aber Rhizoctonia und Phoma.

Diese Krankheiten seien grundsätzlich in Pflanzgut unerwünscht, so die Behörde, weil sie den Ertrag im Aufwuchs schmälern können. Diese Kritik will Rosselkhoznadzor in einem Brief an die EU und das Bundesagrarministerium (BMEL) loswerden. Im gleichen Zug erinnert die Behörde an die zuletzt wegen Silberschorf bemängelten Partien.

Darüber hinaus gelangen nun Speisekartoffellieferungen aus aller Welt nach Russland, weil Ware aus der EU blockiert wird. So wurde eine Partie von 57 t Speisekartoffeln aus Indien gesperrt. In der Lieferung waren Erreger der bakterielle Braunfäule Ralstonia solancearum nachgewiesen worden.

Für die Qualität dieser Lieferung für die Region Sankt Petersburg gab es ein Gesundheitszeugnis der indischen Phytosanitärbehörde. Auch hier legt Rosselkhoznadzor nach und erinnert an neun Fälle aus dem Jahr 2011 und 23 aus dem Jahr 2014, in denen Ralstonia in indischen Lieferungen angetroffen wurde. (brs)
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