Grüne Woche

Beizverbot plagt Landwirte


Um dem Rapserdfloh zu Leibe zu rücken, sind zwei bis vier Flächenspritzungen mit Pyrethroiden nötig. Effektiv sind sie nicht, beklagt Hans Behn, Landwirt in Mecklenburg-Vorpommern, heute auf der Pressekonferenz des Industrieverbandes Agrar (IVA) im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin. Zum einen seien bereits Resistenzen nachgewiesen, zum anderen sei die Wahl des optimalen Spritztermins ein Problem, so Behn.

Noch schwieriger ist es bei der Kohlfliege. Gegen diesen Rapsschädling gebe es keine alternative Bekämpfungsmöglichkeit.  Oft bleibe nur der Umbruch der Flächen als Ausweg. In Mecklenburg- Vorpommern mussten bislang rund 300 ha amtlichen Schätzungen zufolge umbrochen werden. Dadurch entstehen laut Behn den Landwirten Mehrkosten in Höhe von rund 400 € pro Hektar. "Das Verbot der Rapsbeizen ist ein erheblicher Rückschritt",  so  Behn.

Vergleichbare Probleme bestehen im Obst- und Weinbau. Auch dort gibt es etwa zur Bekämpfungsmöglichkeit der Kirschessigfliege kaum wirksame Möglichkeiten. Industrie und Behörden müssten eine pragmatische Lösung finden, lautet der Appell der betroffenen Landwirte. Anderenfalls bestünde die Gefahr, dass entweder der Rapsanbau eingeschränkt oder vielleicht sogar ganz aufgegeben werde angesichts des erhöhten Aufwandes, geringeren Erlösen und der Unsicherheiten in der Schädlingsbekämpfung. (AW)
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