Fipronil

Belastete Eier in Belgien lange bekannt

Die belgische Agentur für Lebensmittelsicherheit, FASNK, hatte am Wochenende erklärt, schon länger von mit Fipronil belasteten Eiern gewusst zu haben. Schon Anfang Juni soll sie über einen ersten Verdachtsfall informiert worden sein. Erst am 20. Juli wurden dann andere Länder darüber informiert. Belgiens Agrarminister Denis Ducarme reagierte heute Vormittag im Rundfunk mit Unverständnis auf das Vorgehen der FASNK. Laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft seien "kein Argument", um solche Informationen geheim zu halten. Der Verbraucherschutz habe Vorrang.

Ermittlungen gegen niedersächsische Bauern

Auch in Deutschland haben sich weitere Behörden eingeschaltet. Medienberichten zufolge hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg gegen niedersächsische Landwirte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es besteht der Verdacht, gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz verstoßen zu haben. Betroffen seien die Verantwortlichen niedersächsischer Eierbetriebe, in denen Eier positiv auf Fipronil getestet wurden, wird eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft zitiert. 

Aktionsplan vermisst

Die Politikern Renate Künast (Bündnis 90/Grüne), die die Kennzeichnungspflicht für Eier eingeführt hatte, kritisert derweil das Vorgehen von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Die Vorsitzende des Verbraucherausschusses im Bundestag forderte heute im ARD-Morgenmagazin einen Aktionsplan vom Minister. Künast hat eine einfache Formel für den Fipronil-Skandal: Je mehr Tiere, desto mehr Hygieneanforderungen, erklärte sie mit klarem Seitenhieb auf die "Massentierhaltung". Sie fordert Fipronil gänzlich zu verbieten und damit auch im Haustiersektor oder gegen Drahtwürmer nicht mehr zuzulassen. (kbo)
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