Seit Monaten untersucht das Bundeskartellamt die Lieferbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien. Ins Visier der Wettbewerbsbehörde sind dabei vor allem die Genossenschaften mit ihrem System aus Abnahme- und Andienungsverpflichtungen und langen Vertragsbindungen geraten. Bis Ende März will das Bundeskartellamt nun einen Sachstandsbericht vorlegen, berichtet die Lebensmittelzeitung.

Die Behörde hatte vor einem Jahr – auf dem Höhepunkt der Milchkrise – ein Verfahren eingeleitet, um die Lieferbedingungen der größten deutschen Molkerei DMK zu überprüfen. Im Zuge der Ermittlungen wurden identische Fragebögen an mehr als 80 Molkereien verschickt.

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, hatte sich zuletzt häufig kritisch zur gängigen Vertragspraxis in der Milchbranche geäußert. Die Kombination aus 100-prozentiger Andienungs- und Abnahmepflicht, mit langfristigen Verträgen sowie hoher Markttransparenz und angeblicher Risikoverteilung zu Lasten der Landwirte sind ihm seit langem ein Dorn im Auge. (az)
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