Österreichs Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich
-- , Foto: lebensministerium.at
Österreichs Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich

Der österreichische Landwirtschaftminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) kam gestern in der Sondersitzung des Nationalrats gewaltig unter Druck. Auslöser für die heftigen Angriffe war dessen bis vor kurzem währende Ablehnung, dem Vorschlag der EU-Kommission nach einem vorübergehenden Verbot von Neonicotinoiden zuzustimmen.

Berlakovich wurde vorgeworfen eng mit der Industrie zusammenzuarbeiten, da die Studie "Melissa" der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) von Pflanzenschutzmittelherstellern mitfinanziert worden sein soll.

Berlakovich verteidigte sich gegen die Angriffe. Es gebe mehrere Ursachen für das Bienensterben, gab er zu bedenken und wies darauf hin, dass trotz des Verbots von Neonicotinoiden Deutschland und die Schweiz noch immer hohe Verluste an Bienenvölkern zu verzeichnen haben.

Nach einem "Bienengipfel" sagte der Minister zu, er werde nun zustimmen, dass Neonicotinoide nicht mehr zum Einsatz gelangen. Laut dem „Europaticker“ wurde der Misstrauensantrag der Opposition nach einer namentlichen Abstimmung mehrheitlich abgelehnt. (hed)
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