Schulterschluss im Agrarsektor

Berlin und Peking kooperieren

Botschafter Shi Mingde, Ministerpräsident Li Keqiang mit Angela Merkel
-- , Foto: BMELV
Botschafter Shi Mingde, Ministerpräsident Li Keqiang mit Angela Merkel

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV), Gerd Müller, und der Botschafter Chinas, Shi Mingde, haben während des Besuchs des neuen chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Erklärung habe zum Ziel, die bilaterale Zusammenarbeit der Agrarressorts beider Länder zu stärken, teilte das BMELV heute mit. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe dem Ministerpräsidenten eine „Intensivierung der gemeinsamen Aktivitäten“ angeboten.

Beide Länder verständigten sich den weiteren Angaben nach auf den Aufbau eines Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums. Dieses solle bestehende bilaterale Engagements in China bündeln und erweitern, teilte das BMELV auf Anfrage von agrarzeitung.de mit. Details müssten nach der Absichtserklärung noch abgestimmt werden.

Aktuell betreibt Deutschland gemeinsam mit chinesischen Partnern eine Demonstrationsfarm in der Region Innere Mongolei im Nordosten der Volksrepublik. Deutsche Wirtschaftspartner stellen dort moderne Landtechnik bereit und schulen Techniker in deren Einsatz. Landwirtschaftlichen Fachkräften werden zudem Fähigkeiten im Pflanzenbau vermittelt. Die chinesische Regierung stellt für den Demonstrationsbetrieb eine Fläche von 1.000 ha zur Verfügung.

Fünf Projekte in Vorbereitung

Ein weiteres Kooperationsprojekt beschäftigt sich mit der Rinderzucht. Deutsche Zuchtunternehmen stellen chinesischen Pilotbetrieben Rindergenetik zur Verfügung und erstellen individuelle Zuchtkonzepte. Zudem finden in den chinesischen Pilotbetrieben Schulungen rund um die Rinderzucht und -haltung statt.

Neben den bestehenden Kooperationsprogrammen sind laut Bundeslandwirtschaftsministerium derzeit fünf weitere Projekte in Vorbereitung. Ihr Fokus liegt auf der Biogasnutzung, landwirtschaftlichen Weiterbildung, Forstpolitik, Lebensmittelsicherheit sowie Verbraucherdatenschutz. (pio)
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