Tierhaltung

Bessere Kennzeichnung notwendig


Fast zwei Drittel der Verbraucher wären bereit für Fleisch mit höheren Tierschutzstandards tiefer ins Portmonee zu greifen. Sie wollen allerdings sicher sein, dass die Tiere davon wirklich profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundeverband Verbraucherzentrale (VZBV) in Auftrag gegebene Umfrage, die zur Grünen Woche veröffentlicht wurde. Der VZBV fordert, eine bessere Kennzeichnung und ein breites Angebot von Produkten aus tiergerechter Haltung, eine strengere Regulierung sowie mehr Verbraucherbildung.

Nationales Tierschutzlabel etablieren

Trotz Zahlungsbereitschaft sei die tatsächliche Nachfrage nach Produkten aus tiergerechter Haltung noch gering, stellt der Verband fest. Die Ergebnisse der Befragung deuten nach Ansicht des VZBV darauf hin, dass fehlende Information und Orientierung der Grund sind. So weiß fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) nicht, woran sie Fleisch aus artgerechter Haltung erkennen kann. Rund neun von zehn Verbrauchern (86 Prozent) können ad hoc kein Label für Tierschutz nennen. Verbraucher verbinden Produkte aus tiergerechter Haltung vor allem mit Bio. Ein weithin bekanntes und im Markt verbreitetes Tierschutzlabel im Segment der konventionellen Fleischproduktion fehlt bislang, kritisieren die Verbraucherzentralen. „Wir brauchen ein verbindliches nationales Tierschutzlabel, um Vertrauen zu schaffen und es Verbrauchern einfacher zu machen, Fleisch aus tiergerechter Haltung zu kaufen“, fordert Müller.

Federführung des Landwirtschaftsministeriums erforderlich

Bislang laufen Aktivitäten von Staat, Handel und Landwirten zu unkoordiniert nebeneinander und ohne systematische Beteiligung der Zivilgesellschaft, kritisiert der Verband. Er schlägt deshalb vor, die Aktivitäten in einer Nationalen Nutztierstrategie unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu bündeln. Die Bundesregierung solle sich zudem für mehr Aufklärung der Verbraucher im Bereich Tierschutz einsetzen und den Ausbau der Verbraucherbildung an Schulen finanziell unterstützen.

Qualität statt Schnäppchenpreise

Den Handel fordert der VZBV auf, künftig mehr auf Qualität zu setzen. Der Umfrage zufolge ist jeder dritte Verbraucher (32 Prozent) stark qualitäts- und tierschutzorientiert und achtet wenig auf Sonderangebote. Diesen Verbrauchern, die kaum wegen Aktionspreisen den Supermarkt wechseln, werde der Handel bislang nicht gerecht. „Der Handel muss eine Qualitätsoffensive starten, statt die nächste Schnäppchenjagd zu eröffnen“, fordert Müller. (SB)
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