Glyphosat

Bewertungsprozess fortführen


Für eine endgültige Bewertung des Einsatzes von Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln müssen weitere Erkenntnisse in der Diskussion berücksichtigt werden. Dies ist das wesentliche Ergebnis der gestrigen Expertenanhörung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft. Der als Sachverständiger geladene Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR),Prof. Andreas Hensel, appellierte, sich an einer wissenschaftsbasierten Beurteilung zu orientieren. Aus Sicht des BfR bestehe bei einer risikoorientierten Bewertung keine Gefahr für Anwender und die Umwelt. Hensel verwies darauf, dass die wissenschaftliche Beurteilung weiterhin andauere und keinesfalls abgeschlossen sei.

Glyphosat-Alternativen im Vergleich wenig erforscht

Glyphosat gehöre zu den am besten untersuchten Substanzen in Pflanzenschutzmitteln überhaupt, sagte der ebenfalls als Sachverständiger geladenene Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken. Über ein Gefahrenpotenzial möglicher Alternativen bestehe dagegen erheblich weniger Kenntnis. Auch sei davon auszugehen, dass ein Ersatz von Glyphosat nur durch eine Mischung anderer Wirkstoffe erreicht werden könne. Hier bestehe zusätzlich das Risiko der Entwicklung neuer Resistenzen gegen derartige Substanzen.

Im Verlauf der Expertenanhörung stellte sich als weiteres Faktum heraus, dass die Aufwandsmengen glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel in den verschiedenen Regionen der Welt offenbar erheblich voneinander abweichen. Während sie in Deutschland nach Aussage des DBV bei etwa 0,4 kg/ha liegen, betragen sie in südamerikanischen Ländern im Sojanbau zwischen 4,0 bis 12,0 kg/ha. (jst) 
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