Plagiatsvorwürfe

BfR-Präsident verteidigt sein Institut

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) will die in dieser Woche erhobenen Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. Die Anschuldigungen waren in der Sache nicht neu, und das Berliner Institut hatte bereits im September beteuert, dass sein Bericht zur Risikobewertung von Glyphosat allen gesetzlichen und wissenschaftlichen Standards entspräche.

In seiner aktuellen Stellungnahme, die am Freitagmorgen veröffentlicht worden ist, schreibt BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel: „Wir respektieren und schätzen die Aufgabe von Vereinen, Organisationen und Medien, die Arbeit der wissenschaftlichen Behörden kritisch zu hinterfragen. Dies ist ein wichtiges Element eines demokratischen Systems. Man tut aber dem öffentlichen Diskurs keinen Gefallen, wenn Wissenschaft diskreditiert wird und dies auf Unkenntnis der gesetzlichen nationalen und internationalen Verfahren beruht.“

National und international übliche Vorgehensweise

Wiederholt kritisiert hatten vor allem die Grünen sowie mehrere Umweltorganisationen, dass in dem BfR-Bericht auch Originalstudien von Herstellern integriert wurden. Dies mündete in dieser Woche in den Plagiatsvorwurf. Das BfR versichert jedoch, alle Studien der Antragsteller sowie alle weiteren relevanten und verfügbaren Studien „sorgfältig gemäß den gesetzlich etablierten Verfahren geprüft und bewertet“ zu haben. Dies sei eine national und international übliche und anerkannte Vorgehensweise, die nicht nur bei Pflanzenschutzmitteln sondern auch bei Arzneimitteln, Bioziden und Chemikalien etabliert ist.

Hensel wirft gewissen „Kreisen“ vor, eine wissenschaftliche Bewertung nur noch zu akzeptieren, wenn die Erkenntnisse die eigene Agenda stützen würden. „Genau deshalb hat man das BfR als unabhängige und unparteiische Institution für die wissenschaftliche Politikberatung gegründet“, erinnerte Hensel an die Entstehung des BfR. Es war 2001 unter dem Eindruck der BSE-Krise von der damaligen Landwirtschaftsministern Renate Künast gegründet worden. (db)
stats