Risikobewertung

BfR beantwortet Fragen zu Glyphosat

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet von zahlreichen Anfragen, die es nach der Anhörung „Monsanto Papers und Glyphosat“ im Europäischen Parlament am Mittwoch voriger Woche erhalten hat. Am Wochenende hat das Institut die am häufigsten gestellten Fragen kurz beantwortet.

Zahlreiche Fragen drehten sich darum, ob Glyphosat nun krebserregend ist oder nicht. Dazu beruft sich das BfR in seiner Antwort auf die Urteile der international für solche Bewertungen zuständigen unabhängigen Behörden. Dazu zählen
  • das bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angesiedelte Gremium für die Pflanzenschutzbewertung (JMPR),
  • die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) sowie
  • die jeweiligen nationalen Behörden weltweit.

„Alle kamen übereinstimmend zu dem Schluss, dass nach derzeitigem Stand der Wissenschaft bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung kein Risiko hinsichtlich einer krebserzeugenden Wirkung beim Menschen zu erwarten ist", fasst das BfR die Ergebnisse zusammen. Dies habe im März 2017 die Europäische Chemikalienagentur (Echa) bestätigt. Die Echa habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Gefahreneinstufung hinsichtlich Kanzerogenität, Mutagenität und Reproduktionstoxizität nicht angezeigt sei.

BfR: „Der IARC standen viele Studien nicht zur Verfügung"

Zu einem anderen Schluss ist die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) gekommen. Sie hatte im März 2015 vorgeschlagen, Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ einzustufen. „Diese Einschätzung wird derzeit weltweit von keiner nationalen wissenschaftlichen Bewertungsbehörde geteilt", betont das BfR. Es nennt als eine mögliche Ursache für diese unterschiedliche Einschätzung, dass „die IARC laut ihrer Satzung nur veröffentlichte Studien berücksichtigt. Somit standen der IARC viele Studien nicht zur Verfügung, die im Rahmen des EU-Genehmigungsverfahrens gesetzlich gefordert werden, aber bislang nicht veröffentlicht wurden", argumentiert das BfR.

In weiteren Antworten erläutert das Bundesinstitut für Risikobewertung, wer an der Erstellung des Bewertungsberichtes beteiligt war und ob das BfR Teile von Studien der Antragsteller zur Glyphosatgenehmigung ungeprüft und unkritisch übernommen hat. Zu diesen Vorwürfen hat das Institut bereits in den vergangenen Wochen ausführlich Stellung bezogen.

BfR wäre bei „besonderer Notwendigkeit" in Brüssel erschienen

Neu ist die Antwort darauf, warum das BfR vorige Woche nicht in Brüssel bei der Anhörung im Europäischen Parlament anwesend war. Dazu heißt es vom BfR, dass für die anstehende politische Entscheidung über die Wiedergenehmigung von Glyphosat der Efsa-Bewertungsbericht maßgeblich war. Um diesen Bericht zu erläutern, war Efsa-Referatsleiter José Tarazona zur Anhörung nach Brüssel gekommen. „Das BfR hatte angeboten, an der öffentlichen Anhörung des EU-Parlaments teilzunehmen, sollte dafür eine besondere Notwendigkeit vorliegen", heißt es seitens des BfR.

Weitere Antworten des BfR erläutern, was die „Monsanto Papers“ sind und ob Tierstudien mehrere signifikante Häufungen von Tumoren durch Glyphosat festgestellt hätten. Schließlich erläutert das Institut, wie es seine Unabhängigkeit bei der wissenschaftlichen Bewertung sichert. (db)
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