Glyphosat

BfR hält Werte für unbedenklich


Die Werte seien demnach bei Kindern als auch bei Erwachsenen gesundheitlich unbedenklich. „Diese sehr geringen Gehalte sind nach unserer Einschätzung erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff ist“, kommentierte BfR-Präsident Andreas Hensel die veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchung. Rechne man die Urinwerte auf die täglich aufgenommene Menge an Glyphosat zurück, so zeige sich, dass die untersuchte Person mit dem höchsten Glyphosatgehalt weniger als ein Prozent der täglich duldbaren Menge aufgenommen habe. Die Daten bestätigten daher die abgeschätzten Aufnahmemengen, die das BfR in der Rückstandsbewertung für die EU-Wirkstoffprüfung vorgenommen habe.

Kritik an Untersuchung

Das BfR kritisierte zudem die Probenahme der beauftragten Untersuchung. So seien die Proben nicht, wie bei wissenschaftlichen Studien üblich, überwacht gezogen und tiefgefroren an das Labor gesandt worden, so das BfR. Dies könne zu Verunreinigungen und Veränderungen in der Zusammensetzung der Proben etwa auf dem Transportweg führen. Zudem trage die Untersuchung nichts Neues zur Abschätzung des gesundheitlichen Risikos bei.

Über die Gefahren, die von Glyphosat ausgehen, streiten Experten seit Langem. Im Juli 2015 stufte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Im November kam die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, nach einer Beurteilung durch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), zum gegenteiligen Ergebnis. In einer Sitzung am 7. bis 8. März soll die EU-Kommission über die weitere Zulassung des Totalherbizids entscheiden. Die am Freitag vorgestellte Erhebung geht auf eine Aktion der Bürgerinitiative Landwende und der Bio-Supermarktkette Basic zurück. (mrs)
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