Pflanzenschutz

BfR verteidigt Glyphosat-Votum

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) reagiert auf den Offenen Brief von Christopher Portier an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der zu Wochenbeginn veröffentlicht wurde. Darin bezeichnet der US-Wissenschaftler Glyphosat als „krebserregend“ und beruft sich auf Tierversuche der Hersteller. Nach seiner Ansicht haben die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) und die Europäische Chemikalienagentur (Echa) erhöhte Krebsraten übersehen oder nicht berücksichtigt.

„Die Behauptung, dass Befunde übersehen wurden ist, ist nicht korrekt. Alle genannten Originalstudien sind entsprechend ihrer Verlässlichkeit und Relevanz in den Bewertungen der europäischen Behörden berücksichtigt worden“, kommentiert das BfR die Vorwürfe. Das deutsche Institut empfiehlt, dass Portier seine Berechnungen wissenschaftlich veröffentlichen sollte, damit sie auf wissenschaftlicher Ebene diskutiert werden könnten. Seine statistischen Analysen seien dem BfR zwar aus Vorträgen bekannt. Aber sie seien weder für die Öffentlichkeit zugänglich noch nach einem wissenschaftlichen Peer-Review-Verfahren in einer Fachzeitschrift publiziert worden.

In der Echa-Bewertung, die im März 2017 ihre Einstufung von Glyphosat als „nicht kanzerogen“ bekannt gegeben hat, seien die Erkenntnisse von Portier gleichwohl diskutiert worden. Allerdings sei die Echa unter Berücksichtigung aller statistischen Analysen und der Einbeziehung eigener Statistiker zum Ergebnis gekommen, dass es „keine Anhaltspunkte für eine krebsauslösende oder genotoxische Wirkung von Glyphosat“ gebe. Eine umfassende Begründung hat die Echa auf ihrer eigenen Webseite veröffentlicht. (db)
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