Klimaschutz

Biokraftstoff soll mehr beitragen

Ende 2016 hat die EU-Kommission Pläne für eine Neuausrichtung der Biokraftstoff-Politik vorgestellt. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil von Kraftstoffen aus Abfall und Reststoffen sowie erneuerbaren Stroms im Straßen- und Bahnverkehr auf 6,8 Prozent steigen. Für Biokraftstoffe und Biogas aus landwirtschaftlicher Biomasse ist dagegen eine Absenkung von 7 auf maximal 3,8 Prozent vorgesehen.

Diese Vorgaben widersprechen den ehrgeizigen Zielen der Europäische Union zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr, meint der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe). Der Europäische Rat habe schon im Oktober 2014 beschlossen, bis 2030 die Treibhausgasemissionen im Verkehr um 30 Prozent zu senken. Auf der Grundlage des aktuellen Vorschlages sei jedoch nur eine Absenkung von 11 Prozent zu erwarten, hat der Verband in einer eigenen Analyse berechnet.

Nach Berechnungen des BDBe stoßen die 290 Millionen in der EU zugelassenen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren jährlich ca. 1,1 Mrd. t Treibhausgase aus. Für eine Senkung um 30 Prozent gegenüber 2005 müssten diese Emissionen um etwa ein Drittel, also um 349 Mio. t sinken. Der Vorschlag der EU-Kommission hätte zur Folge, dass sie nur um 11 Prozent (130 Mio. t) sinken könnten, so der BDBe. Ein wesentlicher Grund dafür ist nach Ansicht des Verbandes die vorgesehenen Begrenzungen für erneuerbare Energien aus landwirtschaftlicher Biomasse.

„Die von der EU-Kommission ab 2021 vorgesehene Absenkung des Anteils von 7 Prozent Biokraftstoffen aus landwirtschaftlicher Biomasse auf 3,8 Prozent im Jahr 2030 ist klimapolitisch inakzeptabel“, erklärt der BDBe-Vorsitzende Norbert Schindler. Das EU-Klimaziel von 30 Prozent weniger Treibhausgasen könne nur erreicht werden, wenn die Mineralölwirtschaft die Emissionen aller Kraftstoffe weiter senken muss, fordert der BDBe.

Die EU-Kommission argumentiert mit mäßigen Klimaeffekten heutiger Biotreibstoffe und mit der Konkurrenz zur Erzeugung von Lebensmitteln auf knappen Ackerflächen. Dafür sollen Biotreibstoffe aus Abfällen und Algen stärker gefördert werden. (SB)
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