EU-Ökoverordnung

Bioland warnt vor Frontalangriff

Die Trilog-Gespräche von EU-Kommission, EU-Parlament und Ministerrat zur Reform der EU-Ökoverordnung gehen am Mittwoch in die entscheidende Phase. In der Biobranche sorgt vor allem das Thema Pestizid-Rückstände für Unruhe. Bio-Produzenten sollen danach für Kontaminationen mit Pestiziden verantwortlich gemacht werden, die nicht sie, sondern ihre Nachbarn einsetzen.

Verursacherprinzip auf den Kopf gestellt

„Dieser Frontalangriff auf Bio muss verhindert werden“, fordert Bioland-Präsident Jan Plagge. Der Vorschlag stelle das Verursacherprinzip auf den Kopf und gefährde die Ko-Existenz von Biolandwirtschaft und konventioneller Landwirtschaft. „Ohne eine Streichung dieses Punktes darf es keine Revision der EU-Ökoverordnung geben“, so Plagge. Durch Abdrift von konventionellen Nachbarfeldern aber auch über Wind und Regen könnten Spuren von Pestiziden auf Bio-Ware gelangen. Müsse der Bio-Bauer dafür einstehen, sei seine Existenz in Gefahr, fürchtet der Bioland-Präsident. Plagge fordert, die Biobranche besser vor Pflanzenschutzmitteln aus der konventionellen Landwirtschaft zu schützen. Dazu müssten die Gesetze zu Einsatz und Zulassung von Pestiziden verschärft und Abgaben auf chemisch-synthetische Pestizide eingeführt werden.

Herkunft von Saatgut und Zuchttieren

Neben diesem Thema sind einige weitere Punkte der neuen Ökoverordnung strittig. Diskutiert wird darüber, unter welchen Umständen konventionell produziertes Saatgut im Ökolandbau eingesetzt werden darf. Auch bei Zuchttieren gibt es noch unterschiedliche Auffassungen darüber, ob sie in Biobetrieben aufgezogen werden müssen oder ein Zukauf aus konventionellen Beständen erlaubt bleibt. (SB)
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