Agrarforschung

Biolandbau in den Tropen ertragsstark


Die zehnjährige Studie des Schweizerischen Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) wurde 2007 mit örtlichen Partnern in Kenia gestartet. „Sie widerspricht dem Mythos, dass der Biolandbau für vergleichbare Erträge größere Anbauflächen benötigt“, stellen die Wissenschaftler nach der Auswertung der Daten fest. Nach fünf Jahren würden Biolandwirte dank der geringeren Produktionskosten und der höheren Marktpreise für biologisch angebaute landwirtschaftliche Erzeugnisse höhere Einnahmen erzielen. Ein weiterer Faktor, den die Studie untersuchte, ist die Fruchtbarkeit der Böden. „Da in der biologischen Landwirtschaft keine chemischen Mittel eingesetzt werden und somit keine schädlichen Rückstände anfallen, wirkt sich diese außerdem vorteilhaft auf natürliche Ökosysteme und auf die Gesundheit der Bevölkerung aus“, heißt es in einer Mitteilung des FiBL.

Ähnliche Ergebnisse in Indien und Bolivien

In Parallelstudien beim Baumwollanbau in Indien und der Kaffeeproduktion in Bolivien habe der biologische Ansatz zu ähnlich positiven Ergebnissen geführt. Der langfristige Vergleich der Anbausysteme in den Tropen (Systems Comparison in the Tropics, SysCom) soll wissenschaftliche Belege für die Vor- und Nachteile von biologischen und konventionellen landwirtschaftlichen Systemen liefern. Das Ziel der SysCom besteht darin, die Entwicklung von Richtlinien und Strategien zu unterstützen, mit denen die Einführung nachhaltiger Landnutzungspraktiken auf örtlicher, regionaler und internationaler Ebene gefördert werden kann.

Landwirtschaft an örtliche Bedingungen anpasssen

Zusätzlich zur Langzeitstudie, die noch mindestens bis ins Jahr 2019 laufen wird, sollen durch Forschungsarbeit auf den Bauernhöfen unter Beteiligung der Landwirte Praktiken für nachhaltigen Landbau entwickelt und gefördert werden, die an die jeweiligen örtlichen Bedingungen angepasst sind. Gemeinsam mit den örtlichen Bauern und anderen Interessengruppen wurden verschiedene Versuchsfelder eingerichtet, um unterschiedliche innovative Praktiken auf den Höfen und den Versuchsstationen zu testen und zu analysieren.

Geldgeber der Langzeitstudie in Kenia sind Biovision, das Schweizerische Departement für Entwicklung und Zusammenarbeit, der Liechtensteinische Entwicklungsdienst und die schweizerische Supermarktkette Coop. (SB)
stats