Grüne Woche

Bioökonomie erzwingt Spagat


Werden Agrarrohstoffe für Zwecke jenseits der Ernährung eingesetzt, kann das für die Landwirtschaft und die Bevölkerung in ländlichen Regionen mit einer erhöhten Wertschöpfung einhergehen. Das halten Agrarminister aus 70 Ländern in ihrem Abschlusskommuniqué zu ihrem mittlerweile 7. Gipfeltreffen anlässlich der Grünen Woche fest, das am Samstag in Berlin stattgefunden hat. Gleichzeitig müsse aber sichergestellt werden, dass die Ernährungssicherung Vorrang habe bei der Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, heißt es in dem Kommuniqué. Insbesondere da der Bedarf an nachwachsenden Rohstoffen angesichts knapper werdender Ressourcen zunähme, müsse gleichzeitig auch eine wachsende Weltbevölkerung ernährt werden. Um diesen Spagat zu bewältigen, sollte ein weiterer Ausbau der Bioökonomie „in erster Linie der Ernährung“ dienen, betonte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) als Gastgeber des Gipfels.

Die Unterzeichner des Kommuniqués halten in ihrem Protokoll weiter fest, dass Nutzungskonkurrenzen um weltweit knapper werdende Agrarflächen zunehmen könnten. Sie sprechen sich daher für eine internationale Zusammenarbeit im Sinne einer „effizienten und nachhaltigen Nutzung der Bioökonomie“ aus. Die Landwirtschaft spiele dabei eine zentrale Rolle. Im September wollen die Unterzeichner nachhaltige Entwicklungsziele, die so genannten "Sustainable Development Goals (SDGs), verabschieden, die die Milleniumsziele, die die Staatengemeinschaft im Jahr 2000 in New York festgelegt hatte, abgelöst werden.

An dem Internationalen Agrarministergipfel haben laut Bundeslandwirtschaftsministerium Vertreter aus 70 Nationen teilgenommen. Neben Ministern aus asiatischen und afrikanischen Nationen finden sich auch die Ukraine und Russland auf der Teilnehmerliste. Die USA, mit denen die Europäische Union über das in Teilen der Bevölkerung umstrittene Freihandelsabkommen TTIP verhandelt, haben wie schon in den Jahren zuvor nicht an dem Gipfel teilgenommen. (pio)
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