Eiweißversorgung

Bioökonomierat empfiehlt Lösungsansätze

Erste Unternehmen stellen Insektenprodukte, auch als Tierfutter, bereits in großem Maßstab her, berichtet der in Berlin ansässige Bioökonomierat. Im Vergleich zur Fleischproduktion  sei hierbei der Verbrauch von Wasser, Energie und Ackerfläche deutlich niedriger.

In einer aktuellen Kurzanalyse "Bioökonomie für eine nachhaltige Ernährung - Lösungsansätze für die Proteinversorgung der Zukunft" nimmt sich die Organisation dieses Themas an. "Die wohl spannendsten Entwicklungen spielen sich gerade in der Proteingewinnung durch Algen, Insekten und Mikroorganismen sowie artifiziellem Fleisch ab", wird dazu Ratsmitglied Prof. Hannelore Daniel zitiert. 

Damit der Sprung in den Massenmarkt gelingen könne, müssten jedoch noch viele technische und regulatorische Hürden überwunden werden. Technologisch noch anspruchsvoller sei die Produktion von sogenanntem "in-vitro-Fleisch". Dabei werde Fleisch aus Stammzellen in einem Nährmedium im Labor herangezogen. In der derzeitigen Entwicklungsphase seien die Herstellungskosten noch sehr hoch und zahlreiche Fragen zur Produktion ungeklärt, betont der Bioökonomierat.  Doch könnten neue Lebensmittel dieser Art die Ernährung der Zukunft revolutionieren. Dafür müsse jedoch die Forschung und Entwicklung alternativer Proteinquellen stärker gefördert werden. Mit seiner neuen Studie appelliere der Bioökonomierat an die Politik, finanzielle Mittel und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen bereit zu stellen. Auch die Verbraucher könnten durch gezielte Entscheidungen zu der Entwicklung beitragen. Als Beispiel dafür könne die Schweiz dienen. Dort habe eine Supermarktkette kürzlich einen Insekten-Burger in ihr Sortiment aufgenommen. (jst)   
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