Die Bundesregierung kündigt derzeit finanzielle Zusagen für die Forschungsförderung. Davon betroffen ist auch die Bioökonomieforschung, in die zuletzt kräftig investiert worden ist. Es wurden bioökonomische Produktionsanlagen errichtet, interdisziplinäre Forschungsverbünde vernetzt und neue Forschungsstrukturen für die Genom- und Pflanzenforschung geschaffen.

„Mit sehr guten Ergebnissen hat die deutsche Wissenschaft die Bioökonomie weitergebracht. Nun muss kontinuierlich investiert werden, so dass Forschungsergebnisse auch zur wirtschaftlichen Realität werden“, so Prof. Dr. Joachim von Braun, Vorsitzender des Bioökonomierates. Angesichts neuer finanzieller Engpässe in der öffentlichen Forschungsförderung droht der Bioökonomie jedoch ein Investitionsstau. Dies hat der Bioökonomierat in seiner Sitzung am 30. September besorgt festgestellt.

Die Bioökonomie ist ein wichtiger Bestandteil beim Umbau der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit. Eine breite Unterstützung aus Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft für dieses Ziel ist vorhanden. Aber die beteiligten unternehmen seien auf die öffentliche Forschungsförderung angewiesen. Unter den finanziellen Restriktionen, die sich nun abzeichnen, kann Deutschland seiner internationalen Rolle und Verantwortung für Welternährung, Umwelt- und Klimaschutz nicht mehr gerecht werden, so die Kritik des Bioökonomierates.

Der Bioökonomierat berät die Bundesregierung bei der Umsetzung der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ mit dem Ziel, optimale wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen für eine biobasierte Wirtschaft zu schaffen. Das Ziel des Bioökonomierates ist es, in Deutschland sektorübergreifend eine biobasierte Wirtschaft zu etablieren, die mit möglichst geringen Mengen fossiler Rohstoffe auskommt. (brs)
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