Expo Milano 2015

Branche fordert schnellere Zulassungen


Steigende Einkommen in den Schwellenländern führen zu einer wachsenden Nachfrage für Agrarprodukte. EU-Agrarkommissar Phil Hogan rechnet damit, dass weltweit jährlich 150 Millionen Menschen in die Mittelschicht aufsteigen werden. Diese Menschen würden zukünftig qualitativ hochwertige Nahrungsmittel nachfragen, erklärte Hogan bei einer Veranstaltung auf der Mailänder Weltausstellung. Der Agrarsektor der EU stünde deshalb vor der Herausforderung, mehr zu erzeugen und dabei weniger Ressourcen zu verbrauchen, führte Hogan aus. Das sei nur durch Innovation möglich, weshalb die EU die richtigen Voraussetzungen für eine intensivere Agrarforschung schaffen müsse. Der EU-Agrarkommissar wies auf die Innovationsanreize in den Programmen für die ländliche Förderung in den Jahren 2014 bis 2020 hin. Die EU habe zudem in ihrem Haushalt die Mittel für die Agrarforschung auf 3,6 Mrd. € in diesem Zeitraum aufgestockt.

Verbände fordern innovationsfreundlichere Politik

Branchenverbände forderten die EU-Kommission zu einer innovationsfreundlicheren Politik auf. Ein Zusammenschluss von 11 großen Brüsseler Agrarverbänden (Agri-Food Chain Coalition) plädiert für einen leichteren Marktzugang für neue Technologien. Die Zulassungen in der EU sollten auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen vorgenommen werden und zudem in größere Übereinstimmung mit der Praxis in Drittländern gebracht werden, fordern unter anderen die Vertreter den Getreidehandels, des Bauern- und Genossenschaftsverbandes, der Futtermittel- und Düngemittelhersteller, der Saatgutzüchter, der Pflanzenschutzmittelhersteller und der Gentechnikindustrie. Sie überreichten Hogan in Mailand eine entsprechende Erklärung. Hogan konnte die Forderung der Branchenvertreter allerdings an sich abgleiten lassen, weil er in der EU-Kommission nicht für die Genehmigungen von Pflanzenschutzmitteln und der grünen Gentechnik zuständig ist. (Mö)
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