Bioökonomie

Branche sieht sich unterschätzt


Die auf dem jüngsten G7-Gipfel vereinbarten Ziele zur Abkehr von der fossilen Energeiwirtschaft kann die Bioökonomie entscheidend unterstützen, so Dr. Boris Mannhardt, Vorstandsvorsitzender des Beratungsunternehmens Biocom AG. Auf einer Informationsveranstaltung in Berlin verwies auf das von den Industriestaaten beschlossene Projekt, bis zum Jahr 2100 vollständig auf die Nutzung von Kohle, Öl und Gas zu verzichten. Zwar treffe es zu, dass die bisher bekannten Lagerstätten dieser Energieträger sehr viel weitreichender seien als bis vor einigen Jahren angenomen, so Manngardt. Dennoch bestehe die Notwendigkeit, so rasch wie möglich Alternativen zu entwickeln.

Die derzeit niedrigen Preise für fossile Energieträger würden jedoch die Anstrengungen der Industrieländer verringern, hieß es auf der anschließenden Podiumsdiskussion. Auch seien in der Vergangenheit Fehler in der Betrachtung der Bioökonomie gemacht worden. So habe die Nutzung von Agrargütern für die Biotreibstoffproduktion dazu beigetragen, das Konzept zu beschädigen. Aufgabe der Zukunft sei es nun, eine stärkere Vernetzung der Wertschöpfungsketten in der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit industriellen Produktionsverfahren zu erzielen. Dazu böten neue Erkenntnisse aus der Biologie und in industriellen Prozessen gute Ansätze. Bereits heute würden knapp acht Prozent der Bruttowertschöpfung der deutschen Wirtschaft im Zusammenhang mit der Bioökonomie stehen. Branchenschwerpunkte seien die Energiewirtschaft sowie die Chemische Industrie. (jst)



 
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