Erneuerbare Energien

Breiter Protest gegen Reformen


Die Sorge um Erneuerbare Energien schafft ungewöhnliche Bündnisse.
-- , Foto: jst
Die Sorge um Erneuerbare Energien schafft ungewöhnliche Bündnisse.

Auf der heutigen Abschlusskundgebung der vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) organisierten Großdemonstration sprachen sich die zahlreichen Vertreter aller politischen Parteien für den Ausbau der Erneuerbaren Energien aus. Die Mitglieder des BEE kritisieren eine nach ihrer Meinung unzulässige Deckelung des Ausbaus. Um die zu früherer Zeit von der Bundesregierung genannten Klimaziele zu erreichen dürften nicht wie im neuen Entwurf des EEG vorgesehen Ausschreibungen für den Ausbau und Kürzungen der Fördermittel eingeführt werden, sagte der Vorsitzende des BEE, Dr. Fritz Brickwedde. Aus einem zu Beginn der 1990er Jahre entstandenem kleinem Sektor mit handgefertigten Rotorblättern für die Windkraftanlagen habe sich mittlerweile eine Branche mit rund 350.000 Arbeitsplätzen in Industrie und Klimaschutz entwickelt. Dennoch hätten die Erneuerbaren Energien im Jahr 2014 nach einer Untersuchung der Deutschen Bank vom Mai 2016 nur knapp 14 Prozent am Bruttoenergiebedarf in Deutschland beigetragen. Daher werde viel mehr statt weniger Erneuerbare Energie benötigt. Mit schwachen Zielvorgaben im neuen EEG werde nach Aussage von Brickwede der Klimaschutz stark gefährdet.

Als Mitglied einer "Koalition der Unerwarteten" begrüßte der Veranstalter den Generalsekretär des DBV, Bernhard Krüsken. Dieser wies darauf hin, dass die Landwirte allein in den vergangenen acht Jahren 25 Mrd. € in die Erneuerbaren Energien investiert hätten. Sie hätten insbesondere mit der Bioenergie einen grundlastfähigen Faktor in der sogenannten Energiewende geschaffen. Mit dem Projekt des Bundeswirtschaftsministeriums sei der DBV "alles andere als zufrieden". Das EEG in der vorliegenden Form sei keine Novelle, sagte Krüsken, vielmehr sei sie eine "Abrissbirne". Die Energiewende funktioniere nur mit der Bioenergie, hier müsse dringend nachgebessert werden. (jst)
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