Post-Brexit

Britische Landwirte alarmiert

Wenn das Vereinigte Königreich künftig weder am Europäischen Binnenmarkt teilnimmt noch einer EU-Zollunion beitritt, fordert der britische Bauernverband (NFU) ein langes „phasing out" der bisherigen Regeln. Farmer müssten Zeit haben, sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen.

In einer Stellungnahme zur Grundsatzrede von Premierministerin Theresa May, in der sie am Dienstag erstmals ihre Vorstellungen zum EU-Austritt Großbritanniens konkretisierte, zählt der Vorstand des NFU vier Punkte auf, die für die britische Agrarwirtschaft elementar seien.

Die britische Nahrungsmittelbranche müsse in einem „Post-Brexit-Großbritannien":
  • erstens den bestmöglichen Zugang zum Handel mit Europa bewahren,
  • zweitens sicher auf kompetente und zuverlässige Arbeitskräfte aus dem Ausland zugreifen können,
  • drittens agrarpolitische Bedingungen vorfinden, unter denen die Farmer profitabel wirtschaften können,
  • viertens über ausreichend lange Übergangszeiten sich auf alle Änderungen der Handelsbeziehungen oder der Agrarpolitik einstellen können.

--
Im Agrarhandel ist Großbritannien eng mit dem EU-Markt verbunden. Etwa 72 Prozent der britischen landwirtschaftlichen Exporte gehen in die EU. Besonders groß ist der Anteil bei den Exporten von Lammfleisch sowie von Weizen und Gerste. Noch größer ist allerdings die Bedeutung der britischen Agrarimporte. Hier stünde auch für Deutschland recht viel auf dem Spiel, sollte der Handel künftig behindert werden (siehe Tabelle).

Der NFU sucht jetzt dringende Gespräche mit der Regierung, wie ein Post-Brexit-Großbritannien für die Lebensmittelproduktion aussehen könnte und welche detaillierten Verpflichtungen über eine geeignete Übergangszeit erforderlich seien. „Wir fordern die Premierministerin auf, dafür zu sorgen, dass die britische Landwirtschaft eine rentable, produktive und nachhaltige Zukunft auch nach dem Brexit hat", schreibt der Verband in seiner Stellungnahme. (db)
stats