Neonicotinoide

Britische Rapsanbauer ohne Erfolg


Der NFU hat im Mai 2016 zur bevorstehenden Herbstbestellung einen Antrag für eine Notfallgenehmigung für Rapssaatgut gestellt, das mit Neonicotinoiden gebeizt ist. Es soll dort verwendet werden dürfen, wo ein großer Befallsdruck mit dem Rapserdfloh zu erwarten ist. Doch das national zuständige Expertengremium für Pflanzenschutz, das beim Londoner Agrarministerium (Defra) angesiedelt ist, hat Zweifel angemeldet, ob das Risiko auf all diesen Flächen wirklich so hoch ist. Dagegen beteuert der NFU, dass der Antrag für Regionen gestellt worden ist, die als „hot spots“ für diesen Schädling gelten.

Strenge Regeln auch nach einem Brexit

George Eustice, Staatssekretär im Defra, beteuerte im Zusammenhang mit der Entscheidung, dass sein Ministerium auch nach einem EU-Austritt Großbritanniens die strengen Regeln für den Schutz der Biodiversität gewährleisten wird. Neonicotinoide sind als Bestandteil von Rapsbeizmitteln seit 2013 in der EU verboten, weil sie als bienengefährlich gelten.

Zur Aussaat im Sommer 2015 durften in England mit Notfallgenehmigung auf 30.000 ha Rapsfläche Saatgut verwendet werden, das mit Neonicotinoiden gebeizt ist. Die Fläche entspricht etwa 5 Prozent des gesamten britischen Rapsanbaus. Zugelassen waren Modesto von Bayer Crop Science und Cruiser OSR von Syngenta.

Rapsfläche zur Ernte 2016 eingeschränkt

Zur Ernte 2016 wird im gesamten Vereinigten Königreich (England, Wales, Schottland und Nordirland) nach den Schätzungen des Handelsverbandes Coceral Raps auf 588.000 ha angebaut. Die Fläche ist 10 Prozent kleiner als im Vorjahr. Die Erträge könnten ebenfalls niedriger ausfallen – gemessen an den außerordentlich hohen Ergebnissen im Vorjahr. (db)
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