Kräfte bündeln

Brüssel empfiehlt Genossenschaften


Landwirte stehen in der Regel mächtigen Abnehmern gegenüber. Genossenschaften können mit dazu beitragen, die Ungleichgewichte bei der Vermarktung abzubauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der EU-Kommission.

Die Wissenschaftler empfehlen Zusammenschlüsse der Landwirte möglichst über die Grenzen der EU-Mitgliedstaaten hinweg, um mit Abnehmern auf Augenhöhe verhandeln zu können. Sie bemängeln, dass der gewünschte Zusammenschluss von Landwirten zu schnell in Konflikt mit dem Wettbewerbsrecht gerate. Stark seien Genossenschaften in der EU vor allem in den Sektoren für Milch sowie für Obst und Gemüse.

46 Genossenschaften mit Mitgliedern aus mindestens zwei EU-Mitgliedstaaten benennt die Studie. Allerdings gebe es starke Unterschiede innerhalb der EU. Im Nordwesten der Union seinen Genossenschaften besonders stark vertreten. Sie bündelten nicht nur das Angebot der Agrarrohstoffe, sondern verbesserten mit deren Weiterverarbeitung auch die Gewinnspannen der Landwirte.

In Osteuropa hätten dagegen Genossenschaften einen schlechten Ruf. Sie wurden mit der Zwangskollektivierung in der Zeit der Planwirtschaft in Verbindung gebracht. Deshalb seien neue Zusammenschlüsse vor allem in den östlichen EU-Mitgliedstaaten wichtig. (Mö)
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