Kükentötung

Brütereien drohen Strafverfahren

Seit dem ersten Auftreten der Geflügelpest im November 2016 stehen die niedersächsischen Brütereien vor großen Problemen. Zeitweise lagen die Betriebe in Sperr- und Beobachtungsgebieten und waren so seuchenhygienischen Restriktionen unterworfen. Weil der Transport und damit die Vermarktung der Tiere nicht möglich waren, wurden in den vergangenen Wochen 558.000 Putenküken getötet, erklärte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer im Landtag in einer Antwort auf eine CDU-Anfrage.

Meyer bezweifelt vernünftigen Grund

Meyer sieht in den Tötungen der Eintagsküken eine mögliche Straftat. „Es ist fraglich, ob dafür ein vernünftiger Grund nach dem Tierschutzgesetz vorlag oder ob nicht Bruteier vor dem Schlupf mangels Abnehmer hätten reduziert werden müssen“, erklärte der Minister im Landtag. Die zuständigen Veterinärbehörden der Landkreise Cloppenburg und Oldenburg-Land seien durch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium aufgefordert worden, die Tötungen auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu prüfen. Gegebenenfalls müssten Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet oder die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden.

Produktionskapazitäten reduziert

Meyer erwartet, dass nun keine weiteren Eintagsküken getötet werden müssen. Niedersachsen hatte sich auf EU-Ebene dafür eingesetzt, dass die Küken nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Gemeinschaft vermarktet werden können. In der jüngsten Arbeitsgruppensitzung der EU-Kommission sei klargestellt worden, dass dies möglich ist. Brütereien in einem Beobachtungsgebiet könnten demnach Küken ausliefern, wenn die Eier von Betrieben stammten, die in keinem Sperr- oder Beobachtungsgebiet liegen und nicht mit Eintagsküken oder Bruteiern aus einem Sperrbezirk oder Beobachtungsgebiet in Berührung gekommen sind. Inzwischen sei mit den Mitgliedstaaten und mit Drittstaaten abgesprochen worden, dass eine Auslieferung der Eintagsküken unter den genannten Bedingungen möglich ist. Darüber hinaus haben die Brütereien ihre Produktion reduziert oder in andere Brütereien außerhalb der Restriktionszonen verlagert. (SB)
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