Milchkrise

Bürgschaftsprogramm für Thüringen

Das Programm umfasst ein Volumen von 100 Mio. €, heißt es in einer Mitteilung des Erfurter Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft. Damit werde das bestehende Bürgschaftsprogramm in Höhe von 5 Mio. € auf jährlich 50 Mio. € in den Jahren 2016 und 2017 erweitert. "Die Landesregierung sieht sich zum handeln veranlasst", wir die zuständige Agrarministerin Birgit Keller (Die Linke) in der Mitteilung zitiert. Das von der Europäischen Union angekündigte Hilfspaket sei in der Umsetzung zwischen Bund und Ländern in vielen Details noch unklar, so Keller.

Die Milchpreise in Thüringen seien mit durchschnittlich 22,4 Cent pro kg weiterhin nicht kostendeckend, heißt es in der Mitteilung weiter. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hätten in Thüringen bereits 29 milchviehhaltende Unternehmen mit etwa 3700 Milchkühen die Produktion eingestellt. Sollten die niedrigen Milchpreise weiter anhalten, so sei mit bis zum Jahresende mit Insolvenzen sowie Einstellungen der Milcherzeugung in erheblichem Umfang zu rechnen.

Das Bürgschaftsprogramm sei zunächst auf eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2017 angelegt. Es diene allein der Sicherung der Liquidität milcherzeugender Betriebe. Der Erhöhung des Bürgschaftsrahmens muss noch der Haushalts- und Finanzausschuss des Thüringer Landtages zustimmen, heißt es abschließend. (jst)
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