Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt wird noch in dieser Woche eine Eilverordnung erlassen, mit der auch kleinere Betriebe verpflichtet werden, Biosicherheitsmaßnahmen zu treffen. Das teilte ein Sprecher heute abend mit. Darin werden die notwendigen Maßnahmen risikobasiert an die Möglichkeiten der kleineren Haltungen angepasst. Bisher gelten diese Vorgaben nur für Betriebe mit mehr als 1.000 Tiere. Die Ausweitung der Biosicherheitsmaßnahmen für kleinere Betriebe entspricht dem Beratungsergebnis der Task Force Tierseuchenbekämpfung, die heute in Berlin tagte.

 Der Zentrale Krisenstab Tierseuchen hatte den Auftrag erteilt, die Maßnahmen zur Abwehr der Geflügelpest in den Ländern abzustimmen. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Länder risiko-orientiert Gebiete festgelegt haben, in denen die Aufstallung des Geflügels verfügt wird. Diese Gebiete können ganze Länder umfassen, wie z.B. in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, oder spezifische Gebiete, wie z.B. die Uferzonen von großen Gewässern.“ Beispiele für Biosicherheitsmaßnahmen: keine unbefugten Personen in den Stall lassen der Tierhalter soll Schutzkleidung tragen (insbesondere Schuhe und Kittel), um nichts einzuschleppen Möglichkeit zum Waschen und zur Desinfektion der Hände und der Stiefel.

In Hessen gilt seit heute ein Aufstallungsgebot. In Schleswig-Holstein Die landesweiten Untersuchungen nach Ausbruch der Geflügelpest des hochpathogenen Erregers des Subtyps H5N8 laufen weiter. Mittlerweile wurden landesweit von den zuständigen Kreisveterinärbehörden 11 Restriktionsgebiete eingerichtet. Sie bestehen aus Sperrbezirken im engeren Umkreis der Befunde und Beobachtungsgebieten im weiteren Umkreis von Befunden. Dies teilte das Agrarministerium in Kiel heute mit.  Neun der Restriktionszonen wurden nach Feststellung der Geflügelpest bei Wildvögeln festgelegt, zwei nach amtlich festgestellten Ausbrüchen bei Hausgeflügel. Die Restriktionsgebiete werden gemäß Geflügelpestverordnung eingerichtet. In ihnen gelten unter anderem Beschränkungen für die Geflügelhaltungen wie etwa das Verbot zum Verbringen von Geflügel oder das Verbringungsverbot für bestimmte tierische Erzeugnisse.

Nach wie vor sind sechs Kreise, Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg, Herzogtum-Lauenburg und die Hansestadt Lübeck betroffen. Aber auch aus anderen Gebieten werden tote Wildvögel oder andere Hinweise gemeldet. Veterinäre, Landeslabor und das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) arbeiten mit Hochdruck daran, Hinweisen nachzugehen, Proben zu nehmen und zu analysieren.(da)
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