Laut Ministerium muss die Aussaat für die Blühstreifen bis zum 1. April erfolgen, wenn die Landwirte die Flächen als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) geltend machen wollen. Frank Oesterhelweg (CDU) bezeichnet dies als eine völlig unsinnige Vorgabe, die eindeutig zu Lasten der Blühpflanzenlandschaft in Niedersachsen gehe. „Viele Sämereien, die für Blühstreifen genutzt werden, sind extrem frostempfindlich." Schon leichter Frost, der durchaus bis in den Mai hinein möglich sei, genüge, um eine komplette Ansaat zunichte zu machen.

Die Folgen wären eine ganzjährige Brache der Fläche, da nicht nachgesät werden könnte. Der Zweck als Insekten- und Bienenweide wäre somit nicht erfüllt. Viele Landwirte schreckten deshalb in diesem Jahr vor der Teilnahme am Blühstreifenprogramm zurück, erklärt Oesterhelweg.

Oesterhelweg appelliert an Agrarminister Christian Meyer, nicht an diesem „handwerklichen Unsinn“ festzuhalten, da sonst „ein weiteres verlorenes Jahr für den Schutz der Artenvielfalt in Niedersachsen“ drohe. Laut Oesterhelweg seien die Vorgaben für das Blühstreifenprogramm der landwirtschaftlichen Praxis anzupassen. Eine Anfrage an die Landesregierung zu diesem Thema sei bereits in der Vorbereitung. (az)
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