Die EU-Landwirte- und Genossenschaftsverbände COPA und COGECA fordern die EU-Kommission auf, schnellstmöglich Ausgleichszölle zum Schutz vor Biodiesel aus Argentinien festzusetzen. Die Kommission soll den Einspruch des Europäischen Biodiesel Boards (EBB) gegen die Reduktion der EU-Strafzölle auf Lieferungen aus Argentinien umgehend im sogenannten Fast-Track-Verfahren behandeln, meldet der österreichische aiz-Infodienst. Der Einspruch des EBB kam, nachdem die Kommission vorige Woche die Rechtsakte zur Herabsetzung der Anti-Dumping-Zölle veröffentlich hat. 

4 Mio. t Diesel erwartet

Der Importzoll für Biodiesel aus Argentinien soll ab dem 28. September von bisher 22 bis 25 Prozent auf 4 bis 8 Prozent reduziert werden. Der European Biodiesel Board schätzt die Jahresproduktion von Argentinien auf 5 Mio. t, von denen nach der Absenkung der Zölle 4 Mio. t in die EU gelangen könnten. Schätzungen unabhängiger Analysten bewegen sich eher in der Größenordnung von 1 bis 1,5 Mio. t.

Ganz eindeutig wäre die europäische Biodieselbranche schwerst von dieser signifikanten Zollsenkung betroffen, erklären die beiden Verbände. Dies würde in eine brutale Reduktion der Erzeugung in der EU münden sowie Einfuhren von noch mehr Biodiesel aus Regionen bedeuten, wo Regeln für Forst- und Bodenschutz fehlen, so die Meinung. COPA-COGECA-Generalsekretär Pekka Pesonen fürchtet substanzielle Einkommensverluste für die Landwirte.  (az)
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