„Auf dem Hof mitarbeitende Familienangehörige müssen ihre Arbeitszeiten künftig nicht mehr dokumentieren“, sagt Mortler. „Dies ist ein wichtiger und notwendiger Schritt.“ Bisher galt bis zu einer Gehaltsgrenze von 2.958 Euro, dass der Arbeitgeber genau dokumentieren musste, wieviel die Angestellten gearbeitet hatten. Künftig soll die Dokumentationsgrenze bei 2.000 Euro liegen. Allerdings gilt die Lockerung nur dann, wenn das Arbeitsverhältnis länger besteht und der Lohn während des vorangegangenen Jahres regelmäßig bezahlt wurde.

„Wichtig ist nun, dass dies nicht nur für Arbeitnehmer gilt, die dem Mindestlohngesetz unterfallen, sondern für alle in der Landwirtschaft Tätigen“, fordert die CSU-Abgeordnete. Es könne nicht sein, dass in der Landwirtschaft selbst der Geschäftsführer eines Betriebes seine Arbeitszeiten dokumentieren müsse, ganz gleich, wieviel er verdiene, "und das nur, weil hier bis 2018 die Bestimmungen des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes Anwendung finden."

Die Landwirtschafts- und Gartenbaubranche hat einen allgemeinverbindlichen Mindestentgelttarif abgeschlossen, der erst Ende 2017 ausläuft. Deshalb müssten nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz für alle Beschäftigten der Branche die Arbeitszeiten bis zum Auslaufen des Vertrages unverändert und umfassend aufgezeichnet und dokumentiert werden.

"Die Regelungen des Mindestlohns und die möglichen Lockerungen würden erst ab dem 1. Januar 2018 gelten", schreibt der Deutsche Bauernverband. Deshalb fordert dessen Präsident Joachim Rukwied, die vorgeschlagenen Erleichterungen auch für die Beschäftigten der Landwirtschaft und des Gartenbaus zu ermöglichen. (az)
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