Das "Comprehensive Economic and Trade Agreement" (Ceta)-Freihandelsabkommen ist aus Sicht des lettischen Berichterstatters Arbis Pabriks der Lackmus-Test für zukünftige internationale Handelsbeziehungen. Im Rahmen einer Informations- und Diskussionsveranstaltung im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) am Dienstag unterstrich Pabriks die enorme politische Bedeutung der zwischen der EU und Kanada beschlossenen Vereinbarungen. Es gehe dabei nicht nur um die Zukunft des Handels, sondern auch um die Zukunft der EU und auch Fragen der Sicherheit, führte Pabriks aus.

Das Abkommen war im Oktober 2016 zwischen der EU und Kanada abgeschlossent worden. Das Europäische Parlament hatte am 15. Februar 2017 zugestimmt. Aufgrund öffentlichen Widerstands in verschiedenen EU-Ländern hatte die Kommission im Sommer 2016 entschieden, zusätzlich die Zustimmung der 28 EU-Mitgliedsländer durch Beratung in den nationalen Parlamenten einzuholen. Erst wenn sich diese einig seien, können das Abkommen in Kraft treten.

Pabriks zeigte sich skeptisch gegenüber dieser Form "gemischter Vereinbarungen". Er sehe darin die Gefahr der Dekonstruktion bestehender Institutionen. "Tatsächlich stehen wir nicht am Beginn großer Veränderungen, vielmehr sind wir bereits in deren Mitte", führte er aus. Dies betreffe sowohl die internationalen Beziehungen sowohl im Handel als auch der Politik zwischen  wichtigen Regionen. Für ihn stelle das Abkommen Ceta nach wie vor einen "Gold-Standard" für andere Abkommen sowie einen "Juwel" für die Zukunft der europäischen Handelspolitik dar. (jst)   
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