EU-Subventionen

Chaotische Auszahlung in Polen


Mammutaufgabe
Die Auszahlung von Direktzahlungen ist in Polen eine Mammutaufgabe. Zum einen gibt es eine riesige Anzahl Anträge. Für das Jahr 2015 gehen umgerechnet rund 3,3 Mrd. € an etwa 1,35 Millionen Berechtigte. Das ergibt im Durchschnitt 2.500 € pro Betrieb. Diese Zahlungen sind noch häufig gekoppelt, etwa an den Tierbestand. Dadurch müssen etwa 18 verschiedene Prämiensätze verwaltet werden. Schließlich haben zum 15. Oktober 2015 ein Teil der Betriebe als Dürrehilfe einen Abschlag auf die Direktzahlungen erhalten. Dieser Betrag muss abgezogen werden. (db)
In Polen sind die Auszahlungen der Direktzahlungen ins Stocken geraten. Bisher haben nach offiziellen Angaben der verantwortlichen Warschauer Auszahlungsbehörde ARiMR nur gut 250.000 Landwirte ihre Direktzahlungen in voller Höhe erhalten. Bei den anderen mehr als einer Million Landwirten stehen noch erhebliche Beträge aus. Ein Teil von ihnen hat lediglich Mitte Oktober einen kleinen Teil der Direktzahlungen als Vorschuss erhalten (siehe Kasten).

Die ARiMR hatte zunächst in einer Verlautbarung darauf hingewiesen, dass nach EU-Recht die Direktzahlungen bis Juni 2016 ausgezahlt werden müssten, also die Warschauer Administration durchaus noch Zeit hätte. Doch mittlerweile ist offenbar der Druck der Landwirte gewachsen, die wie ihre Berufskollegen in anderen EU-Ländern - etwa in Deutschland – das Geld früher sehen wollen.

Deswegen berichtet das Internetportal Farmer.pl aus dem Agrarministerium in Warschau, dass jetzt nach Lösungen gesucht wird, die Direktzahlungen schneller auszuzahlen. Offenbar gibt es Störungen im Computersystem. Wenn diese nicht schnell genug behoben werden können, erwägen die Fachleute im Ministerium zurzeit sogar, den Landwirten einen zinslosen Überbrückungskredit einzuräumen. Denn demnächst müssen die Landwirte Saatgut, Treibstoff, Düngemittel kaufen. (db)
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