Erdgas-Gewinnung

Chemie-Nobelpreisträger kritisiert Fracking


„Das ist wieder so eine Sache, bei der der Mensch das tut, was er nicht tun sollte“, sagte Crutzen in einem Interview. Fracking zur Erschließung von vorher nicht zugänglichen Erdgas- und Erdölvorkommen in Schiefergestein verstärke längerfristig die Probleme beim Klimaschutz. Ähnliches gelte für die CCS-Technik, bei der das Treibhausgas CO2 aus dem Abgas von Kohlekraftwerken abgetrennt wird, um es dann in die Erde zu pressen. „Und wenn dann auch noch der Ölpreis sinkt, sind alle erst einmal beruhigt", meint Crutzen. Das sei „unverbesserlich und falsch". Klimaschutz und Innovation müssen seiner Meinung nach Hand in Hand gehen.

1995 erhielt Crutzen den Nobelpreis für seine Forschungen zum Abbau der Ozonschicht. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 war er Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. (az)
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