Halbzeitbewertung der GAP

Chinaschilf auf der Vorrangfläche

Der Trilog über den Agrarteil der „Omnibus-Verordnung" konnte Ende vergangener Woche vorläufig abgeschlossen werden. Heute sollen noch die EU-Mitgliedstaaten im Sonderausschuss für Landwirtschaft zustimmen. Damit stehen die Chancen gut, dass die Änderungen an der GAP wie vorgesehen zum 1. Januar 2018 in Kraft treten können.

Auf der ökologischen Vorrangfläche dürfen zukünftig auch mehrjährige Pflanzen zur Gewinnung von Biomasse oder für Blühstreifen angebaut werden. Chinaschilf, die Durchwachsene Silphie und Honigpflanzen werden zu der Liste der zugelassenen Kulturen hinzugefügt. Zudem wird der Anbau von Eiweißpflanzen auf der ökologischen Vorrangfläche aufgewertet. Der heutige Gewichtungsfaktor für Leguminosen von 0,7 erhöht sich zukünftig auf 1 für die Berechnung eines Mindestanteils von 5 Prozent ökologischer Vorrangfläche an der Ackerfläche.

Klargestellt wird auch ein missverständliches Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Danach bleiben Ackerflächen Ackerflächen, auch wenn auf ihnen mehr als 5 Jahre hintereinander Gras wächst. Damit soll unsinniges Umpflügen von Gras verhindert werden. Weiterhin dürfen Erzeugergemeinschaften mit ihren Mitgliedern zukünftig das Angebot in sämtlichen Agrarsparten abstimmen, ohne mit dem EU-Wettbewerbsrecht in Konflikt zu geraten. Dies war bisher nur für Milch, Rindfleisch, Getreide und Ölsaaten möglich. (Mö)      
stats