Obst im Überfluss: Erste Maßnahmen sind ergriffen.
-- , Foto: EU-Kommission
Obst im Überfluss: Erste Maßnahmen sind ergriffen.

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos hat heute sofortige Hilfen für Erzeuger bekanntgegeben, die ihre Produkte wegen des russischen Importstopps nicht mehr vermarkten können. Die Liste umfasst Tomaten, Karotten, Weißkohl, Paprika, Blumenkohl, Gurken und Cornichons, Pilze, Äpfel, Birnen, rote Früchte (Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Johannisbeeren), Tafeltrauben und Kiwis.

Landwirte, die solche Produkte im Angebot haben, können Marktstützungsmaßnahmen beanspruchen - und dies unabhängig davon, ob sie in einer Erzeugerorganisation vertreten sind oder nicht.

Als Sondermaßnahme unterstützt die EU-Kommission die kostenlose Verteilung von Obst und Gemüse. Außerdem leistet sie Schadensersatz für Ernteverzicht oder eine als „Grünernte" bezeichnete Vernichtung. Ab dem heutigen Montag können Maßnahmen eingeleitet werden, wenn sie ausreichend kontrollierbar sind. Vorerst ist ein Zeitraum bis Ende November geplant. Dafür sind aus der Krisenreserve 125 Mio. € vorgesehen.

„Die Märkte für diese Produkte sind in Hochsaison, für die meisten Erzeugnisse gibt es keine Speichermöglichkeit und keine unmittelbare mögliche Marktalternative", begründete Ciolos heute die Maßnahmen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hatte sich dagegen noch am Freitag gegen zu schnelle Maßnahmen und vor allem gegen jegliche Vernichtung von Lebensmitteln ausgesprochen. (db)
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