Delegierte Rechtsakte

Ciolos macht Zugeständnisse


Auf Druck vor allem der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europa-Parlament und einiger EU-Agrarminister ist die EU-Kommission offenbar bereit, Landwirten bei der Umsetzung der EU-Agrarreform mehr Flexibilität einzuräumen. Dies sicherte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos den Verhandlungspartnern der EVP für die EU-Agrarreform, Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Albert Deß, (CSU) zu. Die EU-Kommission will dazu den Auslegungsbestimmungen für die EU-Agrarreform - den delegierten Rechtsakten - eine Erklärung anfügen.

Der Umrechnungsfaktor bei Proteinpflanzen und mehrjährigen Energiepflanzen soll entscheidend nach oben gesetzt werden, teilt Deß mit. Bisher liegt der Umrechnungsfaktor beim Anbau von Leguminosen bei 0,3. Dazu müsste ein Betrieb mit 100 ha um die volle Greening-Prämie zu bekommen, eine Fläche von 15 ha für  Leguminosen vorhalten.

Insgesamt ist vielen Landwirten der Aufwand Leguminosen anzubauen, zu hoch und zu teuer. Mit einer neuen Bewertung würde die Attraktivität für den Anbau von Proteinpflanzen wie Ackerbohnen oder Klee auf ökologischen Anbauflächen zunehmen.

Das Vorhaben einer europäischen Eiweißstrategie ließe sich damit leichter umsetzen, so Deß. Die in der letzten Sitzung des Agrarausschusses des EP heftig kritisierten Vorschläge bezüglich der Anrechnung von Ökologisierungsmaßnahmen werden damit grundsätzlich verändert, so dass sie einfach umgesetzt werden können", betont Köstinger.

Am kommenden Montag will der Agrarausschuss erneut über die delegierten Rechtsakte beraten. Endgültig soll über die EU-Agrarreform mit allen Anhängen Mitte April im EP abgestimmt werden. (da)
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