Gene an- und ausschalten
Lange galt, dass die Anpassungsfähigkeit von Lebewesen auf genetischer Ebene ausschließlich auf der Veränderung der Bausteine des Erbgutes beruht, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. In den letzten zehn Jahren hat sich gezeigt, dass Organismen auch flexibel auf Umweltfaktoren reagieren können, indem über unterschiedliche Mechanismen Gene an- oder abschaltet werden. Wie das funktioniert, untersucht das Fachgebiet der Epigenetik. Es baut eine Brücke zwischen dem Erbgut und der Umwelt.
Die Geschichte rankt sich um wilde Meerschweinchen und lehrt, dass Gene allein nicht alles sind: Umweltbedingungen und individuelle Erfahrungen können beeinflussen, welche Passagen des Erbgutes in verschiedenen Zellen genutzt werden. Der Leibniz-Comic „Epigenetik – Brücke zwischen Erbgut und Umwelt“ ist ein Pilotprojekt zur Wissenschaftskommunikation und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. 


„Wir wollten unsere Forschungsergebnisse auf unterhaltsame, verständliche Art an Schüler und interessierte Erwachsene vermitteln. Unsere Studienobjekte sind zwar Wildtiere, unsere grundsätzlichen Fragestellungen sind aber relevant für uns alle“, erklärt Dr. Alexandra Weyrich, Expertin für Epigenetik am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung.  (az)
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