Millionengrab

Cremer kritisiert Eiweißstrategie

Deutliche Worte fand Stefan Cremer, Vorsitzender des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG), auf der Mitgliederversammlung in dieser Woche zu Intiativen zum heimischen Leguminosenanbau. „Da die Produktion von Sojabohnen in den USA und Südamerika den klimatischen Bedingungen optimal angepasst ist, muss man sich fragen, ob hier ein weiteres Millionen-Euro-teures Grab aus Steuermitteln entsteht“, sagte Cremer laut einer Pressemitteilung des Vereins.

Skeptisch zeigte sich der VdG-Vorsitzende auch in Hinblick auf das Ziel staatlicher Förderungen des Leguminosenanbaus, „die Importe von hochwertigem Sojaprotein zu begrenzen“.

Das Bundesagrarministerium arbeitet derzeit an einer Eiweißstrategie zur Förderung des heimischen Leguminosenanbaus. Gegenwärtig werden auf deutschen Äckern für Futterzwecke rund 26.000 t verdauliches Eiweiß erzeugt. Zum Vergleich: Die Nettoimporte nach Deutschland belaufen sich auf 3 bis 4 Mio. t Sojabohnen und etwa 2 Mio. t Sojaextraktionsschrot pro Jahr. (pio)
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