Milchkrise

DBV: Milchbauern reagieren auf Marktlage


Auf die Tatsache, dass deutsche Milchviehhalter bereits weniger melken als im Vorjahr hatte der Milchbauernpräsident beim Deutschen Bauernverband (DBV), Udo Folgart, in einem Gespräch mit dem französischen Milcherzeugerverband (FNPL) und dem französischen Dachverband der Genossenschaftsmolkereien (FNCL) aufmerksam gemacht. „Die landwirtschaftlichen Familienunternehmer reagieren somit schneller auf Marktsignale, als es politische Institutionen angesichts des bestehenden Rechtsrahmes jemals könnten“, betonte Folgart. Auch in Frankreich hätten die Milchbauern in den vergangenen Monaten ihre Produktion stabil gehalten. In den vergangenen Wochen sei dort die Milcherzeugung im Vergleich zu 2015 ebenfalls reduziert worden.

Wie der DBV gestern mitteilte, standen im Mittelpunkt des Gespräches auch mögliche Maßnahmen, die Landwirten und Molkereien den Umgang mit Preisschwankungen des zunehmend globalisierten Milchmarktes erleichtern könnten. Beide Verbände seien sich darin einig gewesen, dass in der Zeit nach der Milchquote jetzt Vereinbarungen zwischen den Molkereien und den Milchbauern getroffen werden müssten. In Frankreich seien die Überlegungen hierzu weiter vorangeschritten als in Deutschland. Der DBV betonte, dass sich beide Verbände verstärkt für eine verbesserte Stellung der Milchproduzenten und ihrer genossenschaftlichen Molkereien in der Lebensmittelkette einsetzen würden. Vor allem das EU-Kartellrecht sowie den gesetzgeberischen Umgang mit unfairen Handelspraktiken durch marktbeherrschende Unternehmen wollten sie in den Fokus der gemeinsamen politischen Arbeit nehmen. (mrs)
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