Pflanzenschutz

DBV-Vize Vogel fürchtet um Raps-Anbau

„Mit einer diesjährigen Erntemenge von 4,5 Mio. t Raps verzeichnen wir eine der schlechtesten Ernten überhaupt", sagte Vogel auf der heutigen Erntepressekonferenz des DBV in Berlin. Trotz einer Ausdehnung der Anbaufläche um 50.000 ha im Vergleich zum Vorjahr liege die Ernte mit 4,5 Mio. t um 11 Prozent unter dem Ergebnis von 2015. Den Ertragsrückgang pro Hektar bezifferte Vogel auf mehr als 14 Prozent. Neben ungünstigen Wetterverhältnissen spiele nach Ansicht Vogels auch das Verbot der Beizung mit Neonicotinoiden dabei eine entscheidende Rolle. In dem Verbot sehe er den Grundstein für das Verschwinden des Rapsanbaus aus Deutschland. Das Verbot bewirke, dass Rapsanbauflächen für alternative Pflanzenschutzbehandlungen mehrfach befahren werden müssten. Dies führe neben einer verschlechterten Wirtschaftlichkeit auch zu höherer Umweltbelastung, führte Vogel aus.

Raps sei auch besonders für die Fütterung der Nutztiere eine wichtige Komponente, betonte er. Aus der diesjährigen Erntemenge von 4,5 Mio. würden rund 2,5 Mio. t Rapsschrot für die Fütterung entstehen. Forderungen nach einem Ersatz von gentechnisch-verändertem (GV) Soja in der Wiederkäuerfütterung würden den Bedarf an Rapsschrot auf 3,5 bis 4,0 Mio. t steigen lassen. In dem Zusammenhang bezeichnete er Preisangebote von 1 Cent pro kg Milch bei Verzicht auf GV-Soja als schlicht „viel zu wenig und als Zumutung". (jst)
stats