Er appelliere an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, sich im bevorstehenden Agrarministerrat in Brüssel für die Einstellung des "fruchtlosen Revisionsprozesses" einzusetzen, so von Bassewitz. Stattdessen sollte die Weiterentwicklung der geltenden Ökolandbau-Verordnung aus dem Jahr 2007 ganz neu angegangen werden. 

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten sich in den Vorschlägen für eine neue Öko-Verordnung nicht wiederfänden, heißt es in seiner Stellungnahme. Auch Deutschland sei mit zentralen Vorschlägen insbesondere zum Umgang mit möglichen Rückstandsverdachtsfällen nicht einverstanden. Dank feinster Messanalytik und ubiquitärer Umweltbelastungen könnte auch in jeder zweiten Produktprobe aus der Ökolandwirtschaft "irgendein Stoff in minimalen Mengen gefunden werden". Wer vollständige Rückstandsfreiheit fordert, erteile Ökobetrieben praktisch ein Berufsverbot, beklagt er.

Der Ausstieg aus der von Beginn an falschen Ökolandbau-Novelle sei der einzig richtige Weg, appelliert von Bassewitz. Es sei ein Lehrstück gelebter europäischer Demokratie, einen in drei Jahren Arbeit offenbar nicht verbesserungsfähigen Gesetzesentwurf der EU-Kommission zurückzuweisen, betont er. Die Probleme seien ganz überwiegend administrativer Art und könnten bei gutem Willen der EU-Kommission und pragmatischem Lösungswillen der Verwaltungen auf der Basis bestehenden Rechts gelöst werden. (jst) 
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