Gewinnglättung

DBV fordert mehr Spielraum

Gewinne aus einem Jahr bei der Steuerberechnung mit Verlusten aus anderen Jahren zu verrechnen, dieses Instrument wurde während der Milchkrise immer wieder diskutiert, um unter finanziellem Druck stehenden Landwirten zu helfen. CDU, CSU und SPD einigten sich vor einer Woche darauf, Landwirten Möglichkeiten zur Gewinnglättung einzuräumen. Nachdem nun erste Details bekannt wurden, zeigt sich der Deutsche Bauernverband (DBV) enttäuscht.

Betriebe können keine Entlastung erwarten

„So sinnvoll das geplante Unterstützungspaket für die Landwirtschaft ist, so wenig hilfreich ist der Kompromiss bei der Ausgestaltung der steuerlichen Regelung zur Gewinnglättung“, stellt DBV-Präsident Joachim Rukwied fest. Die jetzt vorliegenden Details aus dem Gesetzentwurf zu Milchmarktsondermaßnahmen verdeutlichten, dass gerade die infolge der angespannten Marktsituation derzeit mit Verlusten wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe keine nachhaltigen steuerlichen Entlastungen erwarten können. Dies resultiere unter anderem aus der auf Drängen der SPD vorgenommenen Festlegung fester Betrachtungszeiträume für die dreijährige Gewinnglättung (2014 bis 2016, 2017 bis 2019, 2020 bis 2022 und 2023 bis 2025). „Vom politischen Versprechen einer Entlastung zur besseren Risikovorsorge ist in diesem Punkt nicht mehr viel übriggeblieben“, resümiert Rukwied.

Variable Zeiträume und unbefristete Regelung

Der DBV hält den Kompromiss deshalb für nicht ausreichend. Spürbare Effekte im Sinne einer nachhaltigen Risikovorsorge seien kaum zu erwarten. „Wir brauchen variable Betrachtungszeiträume und eine unbefristete Regelung“ fordert der Bauernpräsident. Notwendig sei außerdem, alle Betriebsformen, also auch die juristischen Personen, die Landwirtschaft betreiben, gleichwertig in die vorgesehenen Entlastungen mit einzubeziehen. (SB)
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